Raus aus der Komfortzone – Grenzen überwinden

Vielfältiges Programm an den internationalen UNESCO-Projekttagen am 7. und 8. Mai 

Einmal etwas wagen, die eigene Komfortzone verlassen und Grenzen überwinden – unter diesem Motto standen die internationalen UNESCO-Projekttage. Der reguläre Unterrichtsbetrieb und auch die Klassenverbände wurden aufgehoben und die Schülerinnen arbeiteten in selbst gewählten Workshops. Die Lehrkräfte hatten sich ein breites Spektrum an Workshops einfallen lassen. Auch außerschulische Fachleute konnten für die Projekttage gewonnen werden. 32 verschiedene Arbeitsgruppen sind so zu Stande gekommen. Neben Workshops mit sportlichem Schwerpunkt wie einer 20 km langen Handy-Detox-Wanderung mit Zeltübernachtung, einem Lauf über 10 km sowie Bergerlebnissen kombiniert mit Yoga wurden auch Workshops musikalischer, künstlerischer und sozialer Natur angeboten. Ein besonderer Workshop war sicher der mit der Mural Street Art Künstlerin Hera Herakut, alias Jasmin Siddiqui. In Rosenheim ist sie keine Unbekannte. Sie hat 2025 im Rahmen des Street Art Events *transit art in der Herzog-Otto-Straße eine Hauswand mit einem Mural verschönt. Die freie Fotografin und Dozentin für Fotographie Ina Schoof aus Berlin zeigte in ihrem Workshop wie man mit professionellen Kameras fotografiert, Blitzgeräte einsetzt, zeitgleich die Umsetzung der Bildideen mithilfe eines digitalen Programmes prüft und Modelle ausleuchtet. Sich trauen vor vielen Menschen zu sprechen, in andere Rollen zu schlüpfen lernten Schülerinnen bei einem Theaterworkshop in Zusammenarbeit mit dem Wasserburger Theater Belacqua und Schauspielerin Rosalie Schlagheck, bekannt von Produktionen wie die „Rosenheim Cops“. Besonders stark engagierte sich die Diakonie Rosenheim an den Projekttagen. Eine Gruppe Schülerinnen beschäftigte sich mit der Arbeit der Tafel, eine weitere mit den Gründen für Obdachlosigkeit und eine dritte mit den therapeutischen Angeboten für Flüchtlingen (Taff). Dazu waren Frau Kauf, Frau Alvarellus, Frau Bernstetter und Frau Mur von der Diakonie Rosenheim als Referentinnen an einem Tag an die MRS gekommen. Am zweiten Tag besuchten die Schülerinnen wiederum die jeweiligen Einrichtungen und sammelten während der Projekttage Geld- und Sachspenden. Vom Verein Zivilcourage für alle e.V. München war Herr Stefan Kreißl, Teamentwickler und Coach, als Referent an der MRS und übte in kleinen Rollenspielen wie man in Alltagssituationen Mut zeigen kann. Dieser Workshop wurde vermittelt vom Verein Mut & Courage Bad Aibling e.V. und finanziert von der VR-Bank Rosenheim Chiemsee Stiftung. In weiteren Workshops besuchten Mädchen eine Gerichtsverhandlung, übten sich in einem Repair-Cafe an verschiedenen Werkzeugen, halfen in den Wendelsteinwerkstätten mit, lernten bei Stadtführungen in Wasserburg sowie in Salzburg, dass Grenzen schon immer einem Wandel unterlagen. Nicht nur räumlich unterliegen Grenzen Veränderungen, sondern auch in gesellschaftlichen Belangen wie zum Beispiel im Rollenverständnis von Mann und Frau. Im Workshop „Frauen sprengen Grenzen“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit „starken“ Frauenpersönlichkeiten aus der Geschichte, die Grenzen gesprengt haben, indem sie gesellschaftliche Konventionen, berufliche Barrieren und mentale Limitierungen ihrer Zeit überwanden. Besonders erfreulich war die Zusammenarbeit der MRS mit der „Nachbar-UNESCO-Projektschule“ in Stephanskirchen. Die ersten Klassen der Ottfried-Preußler-Grundschule mit Schulkoordinatorin Frau Pape zusammen mit 20 Schülerinnen der MRS ließen das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ mit Kostümen aus dem Fundus der MRS und des Riederinger Theaterzelts wahr werden. Kleine und große SchülerInnen schlüpften in prächtige Gewänder und setzten kurze Sequenzen des Märchens um. Offiziell wurde die UNESCO-Veranstaltung mit einer einstündigen Auftaktveranstaltung eröffnet. Den Beginn machten, nach der Begrüßung durch Schulleiterin Frau Magdalena Singer, vier Schülerinnen der Klasse 9b: Cosic Sarah, Einwag Theresa, Farenbruch Alina und Görten Lina. Sie hatten sich bereits im Rahmen des projektorientierten Unterrichts mit dem Thema UNESCO auseinandergesetzt und gaben bei der Auftaktveranstaltung ihre Gedanken zu UNESCO beeindruckend wieder. Danach sprach Brigadegeneral Herr Rainer Simon, stellvertretender Abteilungsleiter Operationen und J6 Bundeswehr im Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr in Bonn, über die derzeitigen Kriegsgebiete, die internationale Verflechtungen sowie über die Gefahren hybrider Angriffe, die kausalen Zusammenhänge und deren Auswirkungen. Ebenso eindrucksvoll wie die Auftaktveranstaltung war das Buffet am zweiten UNESCO-Projekttag, dass durch die Schulgemeinschaft zu Stande kam. Dem Aufruf der Organisatorin und UNESCO-Schulkoordinatorin Frau Anette Dippold waren viele Eltern gefolgt und so konnten 20 Meter Fingerfood von den hungrigen Schülerinnen verspeist werden - ein bemerkenswertes Beispiel dafür was eine Gemeinschaft zu leisten vermag! 

Anette Dippold (UNESCO-Beauftragte der MRS)