26. April 2004
Der Mittergarser Mühlbach - von der Quelle bis zur Mündung
Eine Aktion im Rahmen des Internationalen UNESCO-Projekttages: Lebenselexier Wasser
Mittergars
Um 8.30 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Mittergars, einem idyllischen Dorf am Inn, 40 km nördlich von Rosenheim. Vom dortigen Bahnhof wanderten wir zum Quellgebiet des Mittergarser Mühlbachs, der sogenannten "Moosleiten".

In diesem Feuchtgebiet treten aus einem Berghang (Leite) an vielen Stellen Quellen zutage, die in kleinen Rinnsalen weiterfließen und sich schließlich zu einem kleinen Bächlein vereinigen. Der Boden ist dort sehr feucht, so dass ganze "Teppiche" von gelben Sumpfdotterblumen wachsen. Auf unserer Wanderung am jungen Bach entlang konnten wir auch noch kleine Frösche beobachten, wobei sich einer sogar kurzfristig fangen ließ.

Der Bach wurde allmählich breiter und tiefer und bald flitzten die ersten Bachforellen durchs glasklare Wasser. Schließlich kamen wir an die Vereinshütte des örtlichen Fischereivereins. Dieser Verein hat den Mühlbach gepachtet und ist für die Pflege und den Fischbesatz zuständig. Daneben betreibt er in mehreren kleinen Fischweihern, die von einigen der erwähnten Quellen gespeist werden, eine in der ganzen Umgebung geschätzte Forellenzucht. Der Vorstand des Vereins erzählte uns viel über Pflanzen und Tiere sowie über die Entwicklung des Baches in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Er erklärte uns auch die wesentlichen Dinge der Forellenzucht und zeigte uns Forellen der verschiedensten Altersstufen, angefangen von 1 cm kleinen Babys bis hin zu den über 50 cm langen Zuchtforellen.

Beim Weiterwandern zeigte uns eine alte Bäuerin, wo früher zwei Mühlen gestanden hatten. Dabei konnte man bei der einen Mühle, die vor 45 Jahren noch in Betrieb war, die Fundamente und den Kanal erkennen, der das Wasser auf das Mühlrad leitete. Schließlich erreichten wir und der Mühlbach nach ca. 3 km unser Ziel: den Inn. Dort vermischte sich das immer noch kristallklare Bachwasser mit den trüben Fluten des Inns.

Roland Thanhäuser