unsere Welt achten
- kulturelles Erbe schätzen
- Umwelt schützen
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Es ist paradox: Die ältesten und die neuesten Geschichten - Schöpfungsmythen und modernste wissenschaftliche Abhandlungen –
sagen dasselbe aus: Der Mensch muss sich als Teil einer größeren Ordnung verstehen und: Diese Ordnung fordert zum Staunen
heraus!
Bei vielen großen Künstlern war es dieses Staunen, das den Anstoß zu ihren Werken gab. Wer hätte einst im antiken
Griechenland ohne die Ehrfurcht vor seinen Göttern einen Tempel erbaut, wer ohne das Staunen vor dem Wunder Mensch eine
"Mona Lisa" im Bild fest gehalten, wer ohne die Freude am Formenreichtum der Natur die Ornamente einer arabischen Moschee
geschaffen? Die großartigen künstlerischen Werke ihrerseits erwecken in uns wiederum Bewunderung und es ist eine wesentliche
Bereicherung des Lebens, sich damit auseinandersetzen zu dürfen. UNESCO-Schulen machen sich die Beschäftigung mit dem
Weltkulturerbe zum Programm. Die Begegnung mit Kunst an sich steht deshalb hoch im Kurs, um Farben, Formen, Linien und
Flächen, Musik und Tanz um sich herum bewusster wahrnehmen zu lernen, vielleicht sogar den "Künstler in sich" zu spüren.
Der achtet vielleicht auch sensibler auf seine Um- und Mitwelt. "Alle Dinge sind miteinander verbunden",
lehren die Indianer, "die Pflanze, das Tier, der Mensch – sie alle haben denselben Atem."
Mittlerweile erfahren wir oft in erschreckender Weise die Folgen der Missachtung dieser Erkenntnis: Egoismus und Profitgier
zerstören unsere Um- und Mitwelt, vergiften die Luft, verschmutzen das Wasser, rauben den Lebensraum für Tier und Pflanze.
Aber im Zeitalter der Globalisierung wird auch deutlich, dass letztlich wieder wir es sind, die die Folgen tragen müssen:
Wind und Wolken bringen Schadstoffe zurück, Klimaveränderungen führen zu Naturkatastrophen.
Das bedeutet: Wir müssen lernen, bei unserem Handeln das GANZE zu sehen, die ZUKUNFT mit zu bedenken. Wenn wir unsere Welt
wirklich achten, dann schützen wir sie auch. Aber wie soll man etwas schützen, das man kaum kennt, das einem gleichgültig
ist?
Lässt man junge Menschen von heute in 30 Sekunden Automarken aufzählen, erhält man als Ergebnis mindestens 10 bis 15
Treffer. Lässt man Frühlingsblumen nennen, darf man froh sein, wenn drei Namen auf dem Zettel stehen. Und dann sind es auch
noch Gartenblumen, die im Sommer blühen!
Wenn ich eine Blume, einen Baum nicht kenne, nicht ihre Schönheit, nicht ihren Duft und Formenreichtum, nicht ihren Nutzen
- was in aller Welt soll mich veranlassen, diese Pflanzen zu schützen?
UNESCO-Schulen wollen ein Umdenken erreichen. Wir schützen nur, was wir lieben. Und was lieben wir? Das, was wir schätzen
gelernt haben. Wir müssen das Staunen vor der Natur wieder erlernen, damit wir bereit sind, sie und damit auch uns zu
erhalten.